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Feher, Christine: body. Leben im falschen Körper, Sauerländer Düsseldorf 2003
Ulli, 15, will als Junge akzeptiert werden, aber es ist unklar, wer auf ihrer Seite sein wird. Ein schnörkelloses, zügig lesbares Buch mit genauen Gefühlen und klaren Forderungen der Hauptperson.
Hanika, Beate Teresa: Rotkäppchen muss weinen, Fischer Frankfurt/Main 2009-03-31
Der Titel ist eher abschreckend und platt; der Roman selber ist vielschichtig und gut beobachtet. Die Ich-Erzählerin, knapp 14, wird von ihrem Großvater seit langem sexuell missbraucht. Mit Hilfe eines beharrlichen Freundes, ihrer besten Freundin und einer Nachbarin gelingt es schließlich, das zu sagen, was lange Jahre so unmöglich schien. Schwierig an dem Buch ist, dass es immer wieder Passagen gibt, in denen der Missbrauch beschrieben wird. Das ist unnötig und sehr belastend. Was aber besonders an dem Buch ist, ist die Darstellung der Familie der Ich-Erzählerin. Aus den unterschiedlichsten Gründen überhören und überhören die Eltern, die Großmutter, die Geschwister, die ganze Familie deutliche Zeichen. Sie schicken die Ich-Erzählerin sogar wiederholt in die Hände des Großvaters. Das gleichzeitige Wissen und Nicht-Wissen der Familienmitglieder und der Zusammenhang mit sonstigen Missbrauch fördernden Strukturen in der Familie wird sehr differenziert dargestellt.
Ka, Oliver & Alfred: Warum ich Pater Pierre getötet habe. Carlsen Verlag 2006
Eine autobiografische Reise zurück in die Kindheit und Jugend des Autors in Comicform: "Pierre ist eine Priester. Aber kein gewöhnlicher. Er ist cool. Er ist locker. Er ist einfach ein guter Kumpel. So lernt Olivier Ka Pater Pierre im Alter von neun Jahren kennen..." Ein Comic über Missbrauch und Verrat und wie Olivier es nach und nach schafft, klar zu sehen. Sehr offen, ungewöhnlich und überzeugend in der Form.
Oates, Joyce Carol: Mit offenen Augen. Die Geschichte von Freaky Green Eyes, München und Wien, Hanser 2005
Dieses Buch für ältere Jugendliche und Erwachsene macht Täterstrategien und die Schwierigkeit, Gewalt aufzudecken in einer Form deutlich, wie das selten zu finden ist.
Der hervorragend geschriebene Roman folgt der jugendlichen Franky, die sehr an ihrem Vater hängt und erst nach und nach begreifen und zulassen kann, dass er ein Gewalttäter ist, der mit allen Mitteln der Manipulation vorgeht. Selten wird greifbarer, wie eine Person zwar schon längst spürt und gefühlsmäßig weiß, was vor sich geht, aber es einfach nicht glauben kann.
Psychologisch sehr genau beobachtet. Ein hartes Buch.
Wahldén, Christina: Kurzer Rock, Frankfurt/Main, Fischer 2004
"Sie dachte, es wären Freunde. Es war nicht ihre Schuld. Sie hat Nein gesagt."
Ein kurzes, gut geschriebenes Jugendbuch über die Gefühle eines Mädchens, die von Freunden vergewaltigt wurde. Ärgerlicher, irreführender Titel.
Reher-Juschka, Gabriele & Biebrach, Christel: Blutrot. Was Menstruation bedeutet. Ruhnmark: Donna Vita, 1989
Ein flottes Buch, das sich mit zwiespältigen Gefühlen rund um die Menstruation beschäftigt, aufklärt und Tabuisierungen entgegenwirkt. Ab ca. 11 Jahren.
Jugendinfo Stadt Wien (Hgin) : liebe, sex & viele fragen. Infos und Beratungsstellen, Wien xtra, Wien 2001, Broschüre gratis erhältlich bei der Jugendinfo Wien, Babenbergerstraße 1, 1010 Wien
Halek, Tatjane: first time, first love. Was ihr schon immer über die Liebe wissen wolltet. Wien: Herder, 1995
Ein Aufklärungsbuch für Mädchen und Burschen, mit vielen hilfreichen Tips (Regelbeschwerden,..) und neuesten Verhütungsmethoden (Femidom). Auch Mißbrauch und sexuelle Belästigung wird thematisiert. gut strukturiert, sehr empfehlenswert ab ca. 13 Jahren.
Wolfrum, Christine & Süß, Peter: So wild nach deinem Erdbeermund. München: Deutscher Taschenbuchverlag, 1996
Sehr gutes Aufklärungsbuch, jugendgerecht gestaltet mit einem eigenen Kapitel über das Leben als Türkin in Deutschland. Empfehlenswert ab ca. 14 Jahren.
Bender, Anne (Hg.in): Einfach stark! Geschichten für Mädchen in den besten Jahren. München: dtv junior, 1996
15 Geschichten über Gefühle und Probleme jugendlicher Mädchen. Vicky verliebt sich zum ersten Mal, Maja und ihre Freundinnen wehren sich gegen den aufdringlichen Sportlehrer, Svenja setzt sich gegen ihre Eltern durch, Bettina ist ausgerissen und wendet sich an eine Beratungsstelle,...für Mädchen ab 12.
Bain, Ouainé & Sanders, Maureen: Wege aus dem Labyrinth. Fragen von Jugendlichen zu sexuellem Mißbrauch. Berlin: Donna Vita Verlag 1992
Für Jugendliche ab ca. 14, die für sich oder eine/n Freund/in mehr über sexuelle Gewalt wissen wollen. Orientiert sich an von Jugendlichen häufig gestellten Fragen und gibt in kurzen prägnanten Texten darauf Antwort. Grundsätzliche Informationen, Hilfe für Betroffene und Beispiele zur Bewältigung. Sehr empfehlenswert.
Schröder, Patricia: Regenbogenfüße. Würzburg: Arena, 1999
Ein Buch über ein junges Mädchen, das die Ferien bei Verwandten am Land verbringen muss. Ihre Cousine nervt sie unsagbar, bis sie hinter deren Geheimnis kommt. Ein empfehlenswerter Roman über sexuellen Missbrauch für Mädchen und junge Frauen ab 14.
Mazer, Norma: Eigentlich ist gar nichts passiert. Aarau-FfM- Salzburg: Verlag Sauerländer, 1995
Rollo ist eigentlich ein netter Kerl, der jeden Spaß gerne mitmacht. Nur Valerie schätzt manche dieser Späße überhaupt nicht. Und eigentlich ist es gar nicht geplant, daß er und einige der Burschen sie eines Tages im leeren Treppenhaus der Schule abfangen. Eigentlich ist gar nichts passiert, nur daß Valerie völlig verstört, mit verrutschter Kleidung zur Schulsekretärin läuft. Seiner Meinung nach greift der Direktor hart durch. Nur um Valeries Gefühle geht es dabei nicht. Sehr empfehlenswertes Jugendbuch über sex. Belästigungen unter Jugendlichen, von beiden Seiten aus gesehen. Für junge Menschen aller Geschlechter, ab ca. 14 Jahren.
Bass, Ellen, Kaufmann, Kate: Wir lieben wen wir wollen. Selbsthilfe für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche. berlin, Orlanda 1999.
Umfassendes, empfehlenswertes Buch mit vielen Texten von Jugendlichen selbst. Vielleicht ein bisschen zu viel Ratgebercharakter.
Stern, Adriana: Hannah und die Anderen. Hamburg, Argument Verlag 2001
Hannah tut oft Dinge, die sie nicht versteht und die sie in Teufeln Küche bringen. Sie weiß nichts von den Anderen, die sie schützen gegen harte Erinnerungen. Andere, die Teile ihrer Persönlichkeit sind. Hannah ist Viele.
Mit der Unterstützung von engagierten Sozialarbeiterinnen schafft Hannah den langen Weg zu ihren vielen Ichs. Berührender harter Roman über eine Mehrfach (multiple) Persönlichkeit.
Harris, Robie und Emberley, Michael: Total normal. Was du schon immer über Sex wissen wolltest. Frankfurt/Main, Alibaba Verlag 1995.
Offen, informativ, lustig und mit viel Wärme geschrieben. Ab 10 Jahren.
Provoost, Anne: Tränen sind für die Augen, was der Regenbogen für den Himmel ist. Kevelaer: Anrich Verlag 1992
Tara und ihr Vater ziehen in die Nachbarschaft ihrer Verwandten. Tara erscheint allen sonderbar und schwierig , doch niemand versteht die Signale, die sie aussendet. Als eines Tages eine Herde Wale strandet, vertraut sich Tara ihrer Cousine und infolgedessen einer Forscherin an. Sie wird von ihrem Vater mißbraucht. Die Walforscherin nimmt sich ihrer an. Das Buch vermittelt eine starke, manchmal unheimliche Atmosphäre, in der deutlich wird, was es bedeutet, etwas mitteilen zu wollen, ohne es aussprechen zu können.
Büchner, Barbara: Das Mädchen in der Glaskugel Reutlingen: Ensslin Verlag 1993
Tinny ist empfindlich. Nichts ist an ihr in Ordnung - das bekommt sie oft zu hören. Als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt, muss sie zu ihrem Stiefbruder Kurt ziehen. In der Nähe seiner Wohnung wird sie von einem Mann überfallen. Sie entkommt ihm, wird aber schwer mit dem Erlebnis fertig. Das Mädchen Miranda hilft ihr, ihre Angst zu überwinden und sich aus ihrer "Glaskugel" zu befreien.
Kühn, Frauke: Es fing ganz harmlos an Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1990
Christian ist 12, als der Bruder seiner Mutter zu ihnen zieht. Christian ist fasziniert von ihm und seinem Motorrad. Bei einer gemeinsamen Wochenendtour wird Christian jedoch von seinem Onkel missbraucht. Einfühlsam werden die Folgen beschrieben, der Ekel, die Angst und die Verstörung. Schuldgefühle und die unerträgliche Situation zu Hause lassen ihn weglaufen, schlussendlich begegnet ihm seine Mutter jedoch verständnisvoll.
Brandt, Barbara: Wie ein Vogel im Käfig. Weinheim/Basel: Beltz Verlag 1992
Rebecca, die ein Auge auf Halef geworfen hat, weiß nicht wo ihr der Kopf steht, als Halef verhaftet wird. Er soll Petra, ihre beste Freundin vergewaltigt haben. Halef streitet alles ab. Trotz aller Zweifel stellt sich Rebecca auf die Seite Petras. Letztendlich kommt ans Licht, daß Petra mit ihrer Anschuldigung sich vor ihrem Vater schützen wollte, der sie missbraucht und erpresst hat.
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